mittel gegen fettige haare

Was kann man tun gegen fettige Haare?

Immer wieder lese ich die Frage im Internet…
Der allgemeine Grund, für fettige Haare, ist eine erhöhte Talgproduktion auf der Kopfhaut. Das „Sebum“ (Talg), das die Talgdrüsen ausschütten, um das Haar zu schützen und geschmeidig zu halten, ist unerlässlich.

Die Sebumproduktion (oder Talgproduktion) ist natürlich nicht bei allen Menschen gleich stark. Deshalb müssen sich einige nur 2 bis 3x in der Woche die Haare waschen, andere sogar nur einmal. Die anderen wiederum kämpfen mit täglichen Haarwäschen, Anti-Fett-Shampoos und wissen nicht mehr weiter. „Die häufigsten Ursachen hierfür sind erblich bedingt oder mit dem Hormonhaushalt zusammenhängend.“ Aber wie lässt sich die überschüssige Talgproduktion effektiv und langanhaltend reduzieren? Eine universale Lösung für Seborrhö gibt es zwar nicht, da jedes Haar verschieden ist, aber einige Tipps zur Haarpflege können auch Menschen mit schnell fettendem Haar helfen, die ständige Sorge loszuwerden und länger Freude an sauberem Haar zu haben

1. So wenig wie möglich waschen?

Nicht unbedingt!

Es wird oft behauptet dass die Haare weniger fetten, wenn man die Haarwäsche nicht so häufig macht. Doch das Aufschieben der Haarwäsche bewirkt meist nur, dass sich der gebildete Talg in den Drüsen aufstaut. Denn diese öffnen sich erst beim Waschen der Haare und Massage der Kopfhaut. Daher sollte das Haar durch regelmäßiges Waschen von neuem Talg befreit werden. „Wichtig ist dabei, dass Sie Ihre Haare schonend waschen und ein mildes Shampoo verwenden, das die Kopfhaut nicht reizt oder austrocknet.“ Nur aggressive Shampoos können bei zu häufigem Haarewaschen tatsächlich zu schnellerem Nachfetten führen. Für die tägliche Haarwäsche eignen sich viele Baby-Shampoos oder Bio-Shampoos die aus rein natürliche Inhaltsstoffe hergestellt werden.

Wassertemperatur und richtiges Einshampoonieren wichtig!

Beim Haare waschen solltest du auch auf die Temperatur achten. Mit kaltem Wasser kannst Du natürlich schlecht, den überschüssigen Talg und allgemeinen Schmutz aus den Haaren waschen. „Optimal für die Haarwäsche ist somit lauwarmes Wasser, das etwa der Körpertemperatur entspricht.“

Beim Einshampoonieren sollte das Haar natürlich nass sein. Dann schäumst du etwas Shampoo in den Händen auf. Bei kürzeren Haaren reicht ein Klecks in der größe einer Haselnuss und bei längeren Haaren nicht mehr als das Doppelte. Dann verteilst du das Shampoo gleichmäßig im Haar. Wichtig ist, das Shampoo auch in die Kopfhaut schonend einzumassieren, wodurch die Talgdrüsen geöffnet werden und der überschüssige Talg aufgenommen wird.
„Achtung! Du musst beim einmassieren darauf achten, nicht zu fest zu drücken oder schlimmer noch, zu kratzen. Denn dann reizt du die Kopfhaut und die Talgproduktion wird wiederum angeregt. Das wäre für dich dann Kontraproduktiv.“

Ideal für die schonende Haarwäsche, ist ein Bio-Shampoo mit natürlichen Inhaltsstoffe. Damit die Haarwäsche auch wirklich was bringt, solltest du den einmassierten Schaum etwas einwirken lassen, bevor Du ihn ausspülst. Dabei wirken auch die, natürlichen und milden, Inhaltsstoffe beruhigend auf deine Kopfhaut.

2. Das geeignete Shampoo

Sag „Ja“ zur Natürlichkeit und „Nein“ zur Chemie!
Besonders wichtig für die Haarpflege ist die Wahl eines geeigneten Shampoos. Wenn Du allgemein fettige Haare hast, solltest du  natürlich kein Shampoo für trockenes Haar wählen, das die Haare zusätzlich mit cremigen Substanzen oder syntetischen Ölen beschwert.  Ein genauer Blick auf die Inhaltsstoffe ist daher zu empfehlen. Alkohol hat zum Beispiel eine gute entfettende Wirkung, trocknet aber die Kopfhaut aus und regt sie zu erhöhter Talgproduktion an. Auch auf Silikone solltest du achten, dass sie nicht im Shampoo enthalten sind. Sie umhüllen die Haare, lassen sie schwerer werden und deine Haare trocknen von innen aus. (Build-up-Effekt!) Zusätzlich bildet sich auch auf der Kopfhaut eine wasserunlösliche Schicht, unter der die Talgproduktion sich staut und wiederum erhöht.

Es gibt auch Inhaltsstoffe, die dagegen eine regulierende Wirkung auf die Talgproduktion haben. Das sind neben milden Tensiden (Sulfate), vor allem Kräuterextrakte. Außerdem empfehle ich dir, häufig das Shampoo zu wechseln oder verschiedene Shampoos abwechselnd zu benutzen, um herauszufinden, welches Shampoo deinem Haar am besten hilft.

Hier ein paar milde Shampoos, die ich dir ans Herz legen würde: Babyshampoo (gute Marken: elkos(edeka), babydream (rossmann), babylove (dm), Babyshampoo von real), alverde Birken-Salbei-Shampoo, alverde sensitiv Shampoo.
Ich nutze zurzeit dieses hier und bin vollkommen zufrieden:

fettige Haare mittel

fettige Haare Shampoo

3. „Heilerde“ als Shampooersatz gegen fettige Haare

Die Behandlung mit Heilerde hilft, die Kopfhaut wieder aufzupäppeln. Sie nimmt Talg und Schüppchen auf und öffnet so verstopfte Talgdrüsen. Vermische die Heilerde mit ausreichend Wasser (ca. 3 Esslöffel auf 1 Liter Wasser), um es als Shampoo optimal nutzen zu können. Am Anfang musst Du vielleicht etwas rum probieren, bis du die perfekte Mischung hast. Also, probiere es aus und lass dich überraschen, denn es wirkt nicht bei jedem. 

4. Hilft Trockenshampoo oder Babypuder?

Wenn Dir einmal das schnelle Nachfetten einen Strich durch die Rechnung macht, kannst du Trockenshampoo ohne Bedenken verwenden. Auch wenn das Ergebnis durch das Trockenshampoo einer normalen Haarwäsche nicht gleichkommt. Das Trockenshampoo bindet das Fett auf den Haaren, ohne die Kopfhaut zu reizen und die Talgproduktion anzuregen. Babypuder hat übrigens den gleichen Effekt. Nach der Haarwäsche musst Du beide Mittel sorgfältig und am besten kalt aus dem Haar föhnen, damit keine weißen Rückstände bleiben. Aber abgesehen davon sollte dein Haar aussehen wie frisch gewaschen. „Eine Haarwäsche lässt sich durch Trockenshampoo also gut verschieben und dient auch gut im „Notfall“, sollte sich der Abstand zwischen den Haarwäschen zu stark verkürzt haben.“

Da ein Selbsttest bei mir rein optisch schwer zu erkennen ist, musste meine bessere Hälfte ran. 😉 Sie hat das Trockenshampoo von Batiste* verwendet…
Und das Ergebnis hat nicht nur mich überzeugt! Wichtig ist, wie schon erwähnt, das Du das Trockenshampoo gut aus den Haaren föhnst (kalt natürlich). Dann sehen sie erstmal etwas wüst aus, aber das legt sich nachdem Du die Haare vorsichtig gekämmt hast.

fettige Haare tipps

 

5. Geh zum Friseur

Die Aussage ist simpel aber logisch. Gute Friseure kennen ebenfalls  Tipps gegen fettige Haare und kann dich somit auch gut beraten. Vielleicht kann dich dein Friseur/in sogar speziell zu deinem Haartyp beraten und geeignete Produkte empfehlen. Sie können Haare und Haartypen gut einschätzen. „Deshalb kann es sich immer lohnen, zum Beispiel bei einem Termin, einfach mal nachzufragen.“ 

6. Nach der Haarwäsche Vorsicht mit Föhn, Fingern und Kamm

Bei der Haarwäsche wollten wir die Talgdrüsen öffnen, um das angestaute Sebum zu entfernen. Nach der Wäsche sollten wir jetzt unbedingt verhindern, dass die Drüsen vermehrt Talg abgeben bzw. abgeben können. Kommen wir zum Haare trocknen. Benutze zuerst das Handtuch und versuche ganz leicht die Feuchtigkeit aufzunehmen. Vermeide also ziehen und schrubben der nassen Haare.* Die Restfeuchte lässt du am besten an der Luft trocknen. Wenn du diese Zeit nicht hast, Föhnst Du deine Haare. Dabei aber bitte nicht die heiße Stufe benutzen, sondern lieber die kälteste und maximal lauwarm. „Denn die Hitze regt die Drüsen stark an, neuen Talg zu produzieren.“

Auch durch einfache Bewegung der Haare, werden die Talgdrüsen zu  Sebum-Produktion angeregt. „Daher vermeide häufiges Haare zwirbeln oder einfaches Durchfahren der Haare mit den Fingern.“ Selbst wenn die Finger nicht fettig sind.
*Hier nochmal der Hinweis zum „trocknen mit dem Handtuch.“

Ich schätze mal du kämmst und bürstest deine Haare regelmäßig oder zumindest gelegentlich. Doch Du solltest darauf achten, die Kopfhaut dabei nicht zu kratzen und am besten garnicht zu berühren. Ein guter Kamm oder eine schonende Bürste ist dafür wichtig. Am besten geeignet sind gute „Hornkämme“ oder eine „Flachbürste mit Wildschweinborsten.“ Im Grunde ist die Wahl geeigneter bürsten und Kämme, eine eigene Wissenschaft. Auch bei aller Sorgsamkeit wird, beim kämmen, an der Kopfhaut gezogen und das kann Talgabsonderungen auslösen. „Nicht nur deshalb werden Haare immer von unten nach oben gekämmt und die Spitzen beim Kämmen mit der anderen Hand festgehalten, um die Kopfhaut nicht zu strapazieren.“ 

 7. Alles probiert und nichts hat geholfen?

„Du hast womöglich schon vieles probiert, vielleicht schon alles was ich hier vorgestellt habe und Du hast jede Anwendung ausdauernd angewendet aber nichts hat geholfen?“ Wenn die äußere Behandlung der Haare nicht anschlägt kann es noch andere, tiefer sitzende Ursachen haben. 

Zum Beispiel kann eine Stoffwechselstörung und ein unausgeglichener Hormonhaushalt ein stärkeres Fetten der Haare hervorrufen. Gerade in der Pubertät und während der Einnahme von empfängnisverhütenden Mitteln ( die Pille) kann der Hormonhaushalt schon mal verrückt spielen.

Deshalb ist der Weg zum Arzt ein Ratschlag von mir, den Du im besten Fall als erstes in Betracht ziehen solltest. Ein Arzt kann mögliche Ursachen individuell diagnostizieren und eventuell passende Medikamente/Mittel verschreiben. Während männliche Hormone die Talgproduktion anregen, regulieren die weiblichen Östrogene sie. Auch Dermatologen können medizinische Ratschläge für die Haarpflege geben und bei Problemen wie Haarausfall helfen. „Bei Haarausfall solltest du übrigens immer zuerst einen Dermatologen aufsuchen.“

 

„Für jeden gibt es eine individuelle Lösung. Denn nicht jeder Körper ist gleich und jeder hat unterschiedliche Haare. Deshalb musst du für dich entscheiden welche Tipps du umsetzten willst. Hauptsache du versuchst es!“

Liebe Grüße und viel Erfolg bei der Umsetzung

Kevin K.

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